Wie der ständige Konsum uns davon abhält, wirklich vermögend zu werden.

von | Dez. 3, 2025

Letzte Woche ging die „Black-Week“ zu Ende. Überall gab es Schnäppchenangebote, von der Unterhaltungselektronik, über Kleidung und Schuhe bis hin zu Supermärkten haben sich sehr viele Geschäfte an der Aktion beteiligt. Noch mehr Angebote gab es selbstverständlich im Internet. Auch hier überschlugen sich die Online-Portale praktisch mit Rabatten und Sonderangeboten, egal wo man hinschaute.

„Shoppen macht glücklich“ diesem Slogan scheinen viele Menschen zu folgen. Sonst wären die Geschäfte nicht bis zum Anschlag überfüllt. Aber warum ist das so und warum macht shoppen glücklich, zumindest viele Menschen?

In dem Moment, wenn wir ein schönes Stück entdecken und auch noch einen Rabatt erhalten, fühlen wir uns super. Wenn wir es dann auch noch unser Eigen nennen können, werden im Gehirn Glücksbotenstoffe, unter anderem Dopamin ausgeschüttet. Es durchflutet uns ein wohlig warmes Gefühl, das wir alle bereits von Kindesbeinen an kennen. Unser Dopamin-geflutetes Gehirn ist so gut drauf, dass es am liebsten gleich weitershoppen möchte, um noch weitere Dopamin-Kicks zu bekommen.

Das Glück währt allerdings nur kurz. Die Freude über das neue Objekt währt je nach dem, wie groß die Begehrlichkeit vor dem Kauf war, ein paar Stunden, manchmal auch Tage, in Ausnahmefällen auch einige Wochen. Dann verblasst die Freude daran wieder. Warum? Wir gewöhnen uns daran. Die neuen Schuhe wandern in den Schuhschrank zu den vielen anderen Schuhen, die sich dort bereits versammelt haben. Die neue Wohnzimmereinrichtung wird auch schnell zur Gewohnheit, ja selbst ein Traumauto ist nach einigen Wochen nicht mehr das, was es mal war.

Warum aber ist es gerade so dramatisch, viel zu konsumieren und dadurch seine Schränke und seine Wohnung mit immer wieder neuen Sachen zu füllen?

  1. Sie können Ihr Geld nur einmal ausgeben: Geld, das Sie sofort ausgeben, können Sie nicht mehr für Anlagezwecke nutzen, die Ihr Vermögen wachsen lassen (z. B. ETFs, Aktien, Immobilien). Langfristig wächst so das Vermögen langsamer oder stagniert.
  2. Wenn Ihr Konsum steigt, kann es passieren, dass die reale Kaufkraft Ihres Vermögens durch die Inflation schneller sinkt, als Ihr Vermögen wächst. Das gilt besonders für Finanzprodukte mit Zinsen unterhalb der Inflationsrate.
  3. Für den Fall, dass Sie mehr konsumieren als Sie an Einnahmen zur Verfügung haben, kann das zu Konsumschulden führen. Für Konsumkredite fallen höhere Zinszahlungen an als für Immobilienkredite. Das ist deshalb so, weil für die Bank kein tatsächlicher Wert hinter den Schulden steht als bei einem Immobilienkredit.
  4. Gerade bei Schnäppchen oder in Outlet-Stores greift man gerne mal häufiger zu, nach dem Motto: „Ich spare mich reicht.“ Das war viele Jahre sogar meine Überzeugung, weil ich liebend gerne in Outletcentern shoppen gegangen bin. „Ist ja alles viel billiger als im Laden auf der Zeil, da kann ich gleich noch ein weiteres Stück Shopping-Beute mit heimnehmen.“ Man kauft automatisch mehr ein. Das ist ja auch der Trick der großen Outlet-Center.
  5. Es steht weniger Geld zum Vermögensaufbau für die Altersvorsorge zur Verfügung. Das ist ganz klar und damit sind wir wieder beim ersten Punkt: Man kann das Geld nur einmal ausgeben.

Was können Sie tun, um nicht den Versuchungen des ständigen Konsums zu erliegen? Da fällt mir eine Aussage von Warren Buffett, einem der reichsten Menschen der Welt ein. Warren Buffett wurde vor vielen Jahren einmal gefragt, wie er sich vor unüberlegtem Konsum schützt. Seine Antwort war sinngemäß diese: Ich stelle mir vor, wie dieser Geldbetrag, den ich jetzt für Konsum ausgebe, sich entwickeln würden, wenn ich ihn heute nicht ausgebe, sondern ihn in Aktien investiere. Was würde wohl aus diesem Geld in 5, 10 oder 20 Jahren werden?
Diese Herangehensweise gefällt mir besonders gut, denn wenn ich mich vor jeder Ausgabe frage, was dieser Betrag in einigen Jahren wert sein könnte, wenn ich ihn lukrativ anlege statt ihn auszugeben, dann lasse ich das neue Paar Stiefel vielleicht eher mal stehen und freue mich über meinen ohnehin prall gefüllten Schuhschrank.
Gut, nicht alle Aktien haben sich vervielfältigt wie z.B. Apple oder Nvidia, einige Firmen gibt es auch gar nicht mehr, andere haben Kursverluste eingefahren. Jedoch investieren Sie Ihr Geld über Aktien/Wertpapiere in die Wirtschaft und es fließt Geld in Form von Kursgewinnen und Dividenden an Sie zurück. Deshalb ist das eine echt eine kluge Art und Weise, sich vor unnötigem Konsum zu schützen.

Was können Sie nun tun, wenn Sie nicht so reich und so cool sind wie Warren Buffett?

  • Erstellen Sie sich ein Konsumbudget. Legen Sie am Anfang des Monats genau fest, wieviel Sie ausgeben möchten und welche Extras Sie sich in diesem Monat gönnen wollen.
  • Bezahlen Sie sich selbst zuerst. Das bedeutet, dass Sie Sparpläne für Ihren Vermögensaufbau einrichten und diese gleich am Monatsanfang bedienen. Das können Investmentfonds, Beiträge zur Altersvorsorge oder Beträge sein, die auf Ihr Tagesgeldkonto gebucht werden. Das was übrig bleibt, geben Sie aus und freuen sich an Ihren neuen Errungenschaften.
  • Wenn Sie Konsumschulden haben, bauen Sie diese zuerst ab. Die Soll-Zinsen liegen zwischen 11 und 15%, je nach Bonität des Schuldners und die Bank freut sich über jeden Kunden, der sein Konto überzieht.

Ansonsten kann es mit der Altersvorsorge tatsächlich eng werden, denn das Geld, das Sie nicht angespart haben, kann Ihnen auch keine Erträge bringen, weil es nicht mehr zur Vermögensanlage zur Verfügung stand. Schließlich will man sich ja auch im Alter ab und zu ein schönes Erlebnis gönnen und nicht bei Wasser und Brot vor sich hin darben.

Wenn Sie Hilfe benötigen beim Berechnen und Aufsetzen Ihrer Altersvorsorge, melden Sie sich bei mir. Ich kann Ihnen behilflich sein, dass Sie auch im Alter Ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten können.

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Carmen Stephan

Finanzberatung für Frauen | Frankfurt am Main

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