An alle Hobby-Fondsmanagerinnen und Do-it-yourself-Anlegerinnen: Bitte machen Sie jetzt keine teuren Fehler.

von | Apr. 20, 2026

Seit einigen Wochen gehen die Aktienmärkte durch eine sehr stürmische Phase. Die Gründe sind wie so oft vielfältig. Hauptgrund scheint der Krieg im Iran mit all seinen negativen Begleiterscheinungen zu sein. Jedoch belasten auch weltweite Konjunktursorgen, wachsende Staatsverschuldungen und die Angst vor dem Platzen diverser Blasen am Aktienmarkt die Stimmung unter den Aktionären.

Was Sie jetzt tun sollten, und damit spreche ich alle Hobby-Fondsmanager und Do-it-yourself-Anlegerinnen und Anleger an. Machen Sie jetzt bitte keine teuren Fehler. Fehler, die Sie im Nachhinein bereuen würden. Lesen Sie den Artikel bis zum Ende, denn da beschreibe ich, was sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie ohne professionelle Hilfe am Kapitalmarkt tätig sind.

Was meine ich damit genau?

  • Fehler Nummer eins: ständig über die Märkte nachdenken, alles lesen, was in der (Finanz-)Presse steht und sich Sorgen machen. Gerd Kommer hat in diesem Zusammenhang den Begriff Investmentpornografie geprägt.
  • Fehler Nummer 2: Überhastete Aktionen und ständig alle Positionen überprüfen und neue Käufe und Verkäufe starten.
  • Fehler Nummer 3: Vorher keinen langfristigen Finanzplan gemacht und einfach drauf-los-investiert zu haben.

Ohne durchdachte Strategie kann einem das eigene Depot in Phasen wie diesen ganz schön um die Ohren fliegen. Das heißt nicht, dass gut geplante und durchdachte Investmentstrategien nicht auch teilweise starken Schwankungen unterworfen sind. Das entscheidende ist nur, dass sich stabil und durchdacht aufgestellt Depots mittelfristig wieder erholen können, vor allem wenn sie von einem professionellen Berater begleitet werden.

André Kostolany, einer der bekanntesten Börsengurus des letzten Jahrhunderts hat es sinngemäß einmal so ausgedrückt: Renditen sind Schmerzensgeld, erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.

Ich möchte in diesem Blogbeitrag untersuchen, welche Art von Risiken es gibt und welche sie eingehen können und von welchen Sie besser die Finger lassen sollten.

Was ist das eigentlich Wichtige beim investieren, um eine hohe Rendite zu erzielen bei angemessenem Risiko? Die Diversifikation oder auch Streuung genannt. Risikostreuung bedeutet, in so viele Wertpapiere wie möglich zu investieren und das weltweit. Dabei ist die Investition über Indexfonds oder ETFs am einfachsten und am kostengünstigsten.

Harry Markowitz hat für seine Erkenntnisse bezüglich des Zusammenhangs zwischen Risiko und Rendite vor vielen Jahren den Nobelpreis bekommen. Er sagte: Der einzige „Free Lunch“, also das einzige kostenlose Mittagessen, das man als Investor bekommt ist die Erhöhung der Rendite durch breite Streuung der Investments. Wenn Sie das näher interessiert, was der Free Lunch genau ist, lesen Sie am besten hier über Harry Markowitz nach.

Jetzt machen wir den Sprung von Harry Markowitz zu den guten und den schlechten Risiken. Fangen wir mit den schlechten Risiken an.

Schlechte Risiken sind „Wetten“ auf bestimmte Assets oder Assetklassen, zum Beispiel diese:

  • Einzelaktien oder -anleihen
  • ausgewählte Branchen, die momentan „zu laufen“ scheinen.
  • einzelne Länder, welchen eine angeblich tolle Zukunft bevorsteht
  • Kryptowährungen, weil das sind ja die „Währungen der Zukunft“
  • Edelmetalle, Sie wissen was ich meine…

All das sind „schlechte“ Risiken. Gerd Kommer, der in der Investmentbranche auch als der „ETF-Pabst“ bezeichnet wird geht sogar so weit, Bankeinlagen oberhalb der Grenze des Einlagensicherungsfonds (EUR 100.000) auch als schlechtes Risiko zu bezeichnen. Warum? Alles was über dieser Grenze liegt ist die „Wette auf die Bank.“ Als Bankkunde ist man Gläubiger der Bank, man gibt der Bank einen Kredit und bekommt dafür einen Zins. Die Bank lebt vom Vertrauen ihrer Kunden, die darauf setzen, dass ihnen die Bank ihr Geld irgendwann wieder zurückzahlt.

Was ist das schlechte an schlechten Risiken? Diese Art von Risiken bräuchten Anleger nicht einzugehen, weil sie vom Kapitalmarkt nicht separat honoriert werden. Es sind „Schmerzen ohne Schmerzensgeld“ (Gerd Kommer) Es gibt keinen Free Lunch dafür. Diese Risiken werden vom breiten Markt sozusagen „wegdiversifiziert“. Wenn Sie in den breiten Kapitalmarkt, weltweit anlegen über alle Branchen und Länder hinweg, sind Sie sowieso überall investiert und brauchen keine Einzelrisiken einzugehen, weder in Länder, Branchen noch sonst irgendein Asset. Wenn es rückblickend tatsächlich mal eine höhere Rendite für ein Einzelinvestment gab, z.B. rechtzeitig Apple- oder Nvidia-Aktien gekauft zu haben, so war das Glück oder reiner Zufall. Keiner konnte das zum damaligen Zeitpunkt wissen, sondern hat eine nicht wissenschaftlich basierte Prognose gestellt, die zufällig eingetroffen ist. Eine solche Prognose ist nicht systematisch wiederholbar. Es war einfach Glück.

Der Glaube und der Grund, warum so viele (Privat-)Anleger meinen, sie müssten Stockpicking (Einzelaktienauswahl) und auf bestimmte Branchen und Länder setzen ist im Grunde Unkenntnis der Zusammenhänge. Dazu kommt die Selbstüberschätzung. Viele Anleger, auch Profi-Anleger machen den Fehler, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Man vertraut Prognosen, nicht wissenschaftlich basierten Analysen und auch dem Bauchgefühl mehr als den Erfahrungen eines gut ausgebildeten Beraters.

Schade, denn dadurch werden bei jedem Börsencrash große Vermögen pulverisiert, weil die Menschen Fehler machen. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe auch schon Fehler gemacht. Mir ist es auch schon passiert, dass ich meiner eigenen Selbstüberschätzung zum Opfer gefallen bin und auf einzelne Branchen oder Länder gesetzt habe. Zum Glück habe ich es rechtzeitig gemerkt und bin gerade noch so mit einem blauen Auge davon gekommen.

Damit Ihnen das nicht passiert, sprechen wir jetzt erstmal über die guten Risiken. Risiken, die Sie eingehen können und die auch mit einer höheren Rendite vom Kapitalmarkt honoriert werden.
Das sind Risiken, die sich nicht wegdiversifizieren lassen und dadurch ganz bewusst eingegangen werden sollten. Durch maximal breite Streuung in die weltweiten Kapitalmärkte geht man als Anleger natürlich ein gewisses Risiko ein, das aber auch entsprechend belohnt wird. Man trifft die Entscheidung, zu investieren und ist sich der Schwankungen bewusst. Fallen die Kapitalmärkte ist man bereit, diese Schwankungen zu durchstehen (Schmerzen) und dafür, wenn sich die Märkte wieder erholt haben, Rendite, also Schmerzensgeld zu kassieren.

Ich rate grundsätzlich jedem, Schwankungen auszusitzen und nicht in volatilen Marktphasen hin und her zu traden. Hin und her macht Taschen leer. Vorausgesetzt Sie haben ein echt gutes Portfolio, das ein professioneller Berater für Sie zusammengestellt hat und mit dem Sie regelmäßig (z.B. einmal pro Jahr) über Ihre Finanzen sprechen können.

Wenn Ihnen das jetzt zu theoretisch klingt, sprechen Sie mich gerne an. Wir können gemeinsam herausfinden, wie Sie am besten investieren sollten und wo rein Risikotechnisch betrachtet Ihre persönliche Schmerzgrenze liegt.

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Finanzmentoring-Carmen-Stephan Portrait

Carmen Stephan

Finanzberatung für Frauen | Frankfurt am Main

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