Machen Sie Schluss mit der Aufschieberitis bei der Vermögensanlage

Kennen Sie das, Sie haben sich fest vorgenommen, etwas Wichtiges in Angriff nehmen, aber irgendwie kommt immer wieder etwas dazwischen. Jedes Mal, wenn Sie mit Ihrem Vorhaben starten wollen, passiert etwas, um das Sie sich erst noch kümmern müssen. Prokrastination kenne ich durchaus von mir selbst. Es gibt Aufgaben, die ich nicht gerne erledige und die ich vor mir herschiebe, egal ob beruflich oder privat. Ob es die Buchhaltung oder das Aufräumen meiner Garage ist. Beides schiebe ich so lange es geht vor mir her.
Das Wort Prokrastination stammt aus dem lateinischen Wort „procrastinare“ ab und bedeutet so viel wie „Aufschieben“ bzw. „auf einen späteren Zeitpunkt vertagen.“
Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, Dinge gleich zu erledigen, die Zeit brauchen und die meine ganze Konzentration erfordern. Alles andere macht mir Stress und bringt mich unnötig in innere Unruhe. Deshalb erledige ich unangenehmes möglichst zeitnah.

Vielen Menschen schieben das Thema Altersvorsorge oder überhaupt die Geldanlage vor sich her. Das kann fatale Folgen haben. Denn nicht nur, dass man innerlich endlich einen Haken daran machen könnte, wenn es erledigt ist, es wird auch noch zusätzlich teuer, wenn man nicht bei Zeiten startet.

Was sind die Top drei Ausreden, um das Thema Altersvorsorge immer wieder auf später zu verschieben?

  1. „Kann ich immer noch machen.“
    Ja, richtig, kann man immer noch machen. Nur je später man anfängt, desto mehr monatlichen Beitrag muss man später aufwenden, um das gleiche Ergebnis zu erzielen, das man hätte, wenn man schon 10 oder 20 Jahre früher gestartet wäre. Machen wir mal ein Beispiel:
    Emma ist 45 und hat bisher noch nichts unternommen, um ihre Altersvorsorge aufzubauen. Sie möchte jedoch in der Rente mit 65 eine zusätzliche monatliche Zahlung aus einer privaten Vorsorge von rund EUR 750 erhalten. Wie hoch muss der Betrag sein, den sie ansparen sollte? Sie benötigt dafür einen Betrag von ca. 200.000. Diesen kann sie sich in Form eines Entnahmeplans in einem Depot monatlich auszahlen lassen und so ihre EUR 750 monatlich erhalten. Um die EUR 200.000 anzusparen, muss sie monatlich einen Betrag von EUR 440 weglegen und diesen zu ca. 6% jährlicher durchschnittlicher Rendite anlegen.
    Ihre Freundin Sabine ist 35 und hat das gleiche Ziel. Monatlich EUR 750 aus einer privaten Vorsorge beziehen. Wieviel muss Sabine monatlich aufbringen, um die EUR 200.000 zu erzielen? Ganz einfach. Da Sabine 10 Jahre länger Zeit hat, braucht sie monatlich nur ca. EUR 200 aufzubringen. Die Zeit arbeitet ganz klar für die Anlegerinnen.
    Je länger Sie warten, desto mehr müssen Sie monatlich aufbringen, um auf den gleichen Kapitalbetrag zu kommen wie jemand, der bereits 10 Jahre früher gestartet ist.
  2. „Ich steige ein, wenn die Kurse wieder gefallen sind.“
    Das ist auch eine Form der Aufschieberitis. Warum? Keiner kauft Aktien, wenn die Aktienmärkte gefallen sind, obwohl es logisch und konsequent wäre. Aber die Angst vor Kursverlusten durch eine fortgesetzte Talfahrt der Kapitalmärkte ist einfach zu groß. Wenn die Märkte wieder steigen, braucht der durchschnittlich talentierte Anleger auch meist Wochen und Monate, bis er einen Aufwärtstrend erkennen kann und bereit ist zum Kaufen.
    Ein bekannter Börsenanalyst wurde kürzlich gefragt, wann die beste Zeit zum Kauf von Aktien sei. Er meinte ganz trocken: „Immer dann, wenn Sie Geld haben.“ Genauso sehe ich das auch. Verabschieden Sie sich von der Illusion, dass Sie den günstigsten Einstiegszeitpunkt erwischen würden. Den besten Kurs kennt man immer erst im Rückblick. Am besten ist es immer noch, über einen monatlichen Sparplan regelmäßig in Fonds/ETFs zu investieren. Dadurch können Sie sogar Kursschwankungen günstig für Ihren Vermögensaufbau nutzen. Planen Sie am besten einen monatlich fixen Betrag ein, den Sie in Ihr Depot investieren. Dann können Ihnen die Schwankungen an den Börsen egal sein.
  3. „Das macht alles mein Mann.“
    Das ist eine besonders fatale Ausrede, sich auf den Ehemann zu verlassen. Männer kommen und gehen, monatliche Kosten bleiben. Und diese werden im Alter nicht weniger. Es ist nach meiner Erfahrung ein großer Irrtum, dass Menschen im Alter weniger Geld brauchen. Man hat eventuelle Kosten, die mit der Arbeit verbunden waren, z.B. bestimmte Kleidung, Benzinkosten oder Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr. Dafür fallen andere Kosten an, wie z.B. mehr Ausgaben für die Freizeit. Bei viel Freizeit fallen automatisch mehr Kosten an, da Freizeit-Aktivitäten durchaus kostspielig sein können.
    Darüber hinaus können auch höhere Kosten für eine Haushaltshilfe anfallen, bestimmte Kosten für Vorsorge und Gesundheit usw. Meiner Erfahrung nach ist es eher so, dass die Kosten steigen und nicht umgekehrt.

Fangen Sie daher rechtzeitig an, schieben Sie Ihre Altersvorsorge nicht auf die lange Bank, sondern starten Sie und machen Sie sich einen soliden Finanzplan.

Noch ein kleiner Motivations-Tipp: Stellen Sie sich bildhaft vor, wie Sie im Alter leben möchten. Malen Sie sich genau aus, was Sie machen wollen, wie, mit wem und wo Sie leben möchten und wie Ihr perfekter Tag aussehen soll. Diese bildhaften Vorstellungen können einen tollen Motivationsschub geben, sodass Sie die Aufschieberitis ein für alle mal besiegen können.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihre private Altersvorsorge am besten angehen, schreiben Sie mir. Ich unterstütze Sie gerne dabei.

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Carmen Stephan
Diplom-Kauffrau
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