Frauen leben länger, aber wovon?

In dieser Woche geht es in meinen Beiträgen um das Thema Langlebigkeit. Alt zu werden ist nämlich tatsächlich ein Risiko. Dieses Risiko nennt man in der Versicherungsfachsprache auch „Langlebigkeitsrisiko“ und gehört zu den biometrischen Risiken. Es mag makaber klingen, aber ein langes Leben ist ein Risiko. Warum? Ganz einfach: Weil Sie regelmäßig Einnahmen brauchen, um davon Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, unabhängig davon wie alt Sie sind. Die Gefahr, dass Ihnen unterwegs das Geld ausgeht, weil Sie nicht ausreichend vorgesorgt haben, ist nicht unerheblich. Deshalb wird das Langlebigkeitsrisiko umgangssprachlich auch das „Mein-Geld-ist-weg-aber-ich-bin-noch-da-Risiko“ bezeichnet.

Auf ein langes glückliches Leben zurückzublicken, das wünschen sich sicher die meisten von uns. Gesundheit, Glück, Wohlstand und Lebensfreude sollen uns stets begleiten und das bis ins hohe Alter. Vieles hat man nicht in der Hand, gleichwohl kann man und frau viel dafür tun, dass die finanzielle Situation stabil und abgesichert ist bis ins hohe Alter.

Die Finanzberaterin und Buchautorin Svea Kuschel hatte Anfang der 90er Jahre ein Buch mit dem Titel „Frauen leben länger, aber wovon?“ veröffentlicht. Damals war das Thema Altersvorsorge speziell für Frauen noch nicht im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit angekommen. Svea Kuschel hat die Brisanz dieses Themas schon frühzeitig erkannt und hat die Menschen dafür sensibilisiert. All diejenigen, die damals schon eine solide private Altersvorsorge abgeschlossen hatten, können sich heute freuen.

Warum ist die private Vorsorge gerade für Frauen so wichtig?

  1. Frauen werden älter als Männer.
    Frauen werden im Durchschnitt 83,4 Jahre, Männer werden im Durchschnitt 78,6 Jahre alt. Das bedeutet Frauen brauchen mehr Geld, das ihnen im Alter zur Verfügung steht als Männer. Deswegen müssen sie, wenn sie diese Lücke ausgleichen wollen, mehr Vermögen ansparen.
  2. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit. Das führt dazu, dass sie weniger verdienen und dadurch weniger in die staatliche Rentenkasse einbezahlen. Das schmälert also auch noch die ohnehin schon niedrige staatliche Rente. Nach Berechnungen des Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichem Institut WSI beziehen Männer im Durchschnitt eine Rente von EUR 1.227, Frauen dagegen nur EUR 807 pro Monat.
  3. Frauen bekommen in der heutigen Zeit immer noch ca. 20% weniger Gehalt als Männer, die den gleichen Job verrichten. Der sogenannte Gender-Pay-Gap führt in der Rente zum Gender-Pension-Gap. Das sind keine Zahlen aus dem vergangenen Jahrhundert, sondern sie sind leider ganz aktuell. Der Equal-Pay-Day jedes Jahr soll auf das Ungleichgewicht bei den Gehältern zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen. In diesem Jahr war der Equal-Pay-Day am 7. März. Das heißt Frauen mussten bis zum 7. März dieses Jahres arbeiten, um das gleiche Gehalt zu bekommen wie Männer es schon am 31. Dezember des Vorjahres bekommen hatten.

Nun kann man über diese Tatsachen weiterhin klagen, oder man kann entscheiden, die eigene Situation zu ändern.

Gehen Sie das Thema Altersvorsorge ganz konkret für sich an und schieben Sie es nicht länger auf.

  • Treffen Sie eine Entscheidung, mit dem Vermögensaufbau für die Rente zu starten. Stoppen Sie die Aufschieberitis und packen Sie den Stier bei den Hörnern. Wer diese Entscheidung immer weiter vor sich herschiebt, muss später immer größere Beträge für die Altersvorsorge aufwenden, um überhaupt noch Kapital aufbauen zu können.
  • Malen Sie sich Ihre Zeit als Rentnerin so schön und fröhlich aus wie Sie es sich nur vorstellen können. Träumen Sie und stellen Sie sich vor, wie es sein wird, wenn Sie als Rentnerin mit Ihrem Mann, Ihrer Familie oder Ihren Freundinnen schöne Reisen oder Konzertbesuche unternehmen werden. Wie Sie genau das Leben führen, das Sie sich wünschen.
  • Legen Sie fest, wieviel Euro monatlich es Ihnen wert ist, Ihren Lebensstandard im Alter halten zu wollen. Was ist es Ihnen wert, auch noch in der Rente ein angenehmes Leben zu führen? Wieviel sind Sie bereit, dafür monatlich zur Seite zu legen? Je mehr Sie heute aufbringen können, desto finanziell freier wird Ihr Leben später sein.
  • Entscheiden Sie, welche Art von Investment Sie für Ihre Rente vornehmen möchten. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, Kapital aufzubauen. Die solideste Möglichkeit ist nach meiner Erfahrung immer wieder das Anlegen in Sachwerte. Sachwerte sind z.B. Immobilien, Aktien, Aktienfonds und Aktien-ETFs. Eine weitere Möglichkeit ist das Investment in Anleihen. Anleihen sollten Sie genau wie Aktien nicht einzeln, sondern immer in Form von Investmentfonds kaufen. Das ist die kostengünstigere und die sicherere Variante. Es gibt neben Aktien-ETFs auch Anleihe-ETFs.
  • Entscheiden Sie, ob Sie es alleine angehen möchten oder ob Sie sich Hilfe eines erfahrenen Fachberaters in Anspruch nehmen möchten. Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Wenn Sie sich in der Lage sehen, aus der Vielzahl der Angebote an Vorsorge-Produkten für sich auszuwählen und selbst Ihr eigenes Vermögen managen möchten und Sie die Zeit und die Muse dafür haben, steht dem Alleingang nichts im Wege. Allen anderen rate ich dazu, sich einen unabhängigen und kompetenten Berater oder Beraterin zu suchen.

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie Sie als Rentnerin leben möchten? Wenn ja teilen Sie diese Gedanken gerne mit mir.

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Foto: Wayhome Studio

Carmen Stephan
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