Inflation frisst Ersparnisse – wer auf breit gestreute Aktien-ETFs und eine solide Finanzplanung setzt, schlägt zurück.

von | Mai 22, 2026

Vor wenigen Tagen fragte mich eine langjährige Kundin, woher eigentlich die Kurssteigerungen bei Aktien kommen und warum Aktien ein Schutz vor Inflation darstellen würden. Auf diese Fragen, die vielleicht auch Sie sich schon einmal gestellt haben, möchte ich in meinem neuen Blogartikel eingehen. Sie erfahren außerdem, was ein amerikanischer Finanzwissenschaftler in Bezug auf einzelne Aktien herausgefunden hat und wie die langfristige Wertentwicklung wirklich zustande kommt.

Zunächst einmal lassen sich Aktienrenditen in klar definierte Quellen zerlegen. Das hilft zu verstehen, was Kurse wirklich antreibt.

  1. Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns direkt an ihre Eigentümer, also an die Aktionäre aus. Historisch betrachtet waren die Dividenden die wichtigste Renditekomponente – im 20. Jahrhundert stammte über die Hälfte der US-Aktienrenditen aus Dividenden. Heute sind Dividendenrenditen niedriger (~1–2 % im S&P 500), aber immer noch relevant.
  2. Der Kurs eines Unternehmens folgt langfristig seinem Gewinnwachstum. Steigen die Unternehmensgewinne, steigt auch der innere Wert der Aktie – und damit tendenziell der Kurs. Gewinnwachstum entsteht durch: Umsatzwachstum (neue Märkte, neue Produkte), Effizienzsteigerungen in der Produktion, was zu höheren Margen führen kann, und Aktienrückkäufe, was zu weniger Aktien im Umlauf und dadurch zu mehr Gewinn je Aktie führen soll.
  3. Durch Bewertungsveränderungen. Anleger sind phasenweise bereit, mehr oder weniger für denselben Gewinn zu zahlen. Dies drückt sich aus im Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Wenn das KGV steigt steigen die Gewinne stärker, wenn das KGV fällt, fallen die Kurse stärker, obwohl die Gewinne sogar steigen können

Was bedeutet das nun für Sie? Kurzfristig dominieren Stimmung und Bewertungsveränderungen – Märkte können von den Fundamentaldaten der Unternehmen stark abweichen. Langfristig zählt fast nur das Gewinnwachstum plus die Dividenden – die Bewertungsveränderung gleicht sich über die Jahrzehnte aus.

Das ist der Grund, warum langfristiges Investieren so mächtig ist: Man lässt das reale Wirtschaftswachstum für sich arbeiten, anstatt auf Bewertungsschwankungen zu spekulieren und den besten Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt herauszufinden. Aktiengewinne sind letztlich ein Spiegelbild des wirtschaftlichen Mehrwerts, den Unternehmen schaffen – plus der Bereitschaft der Anleger, Aktien zu einem bestimmten Preis zu kaufen.

Was haben die Aktienkurse jetzt mit der Inflation zu tun?

Unternehmen mit Preissetzungsmacht können Preise erhöhen und sind so in der Lage, die höheren Preise, die durch die Inflation verursacht werden und die sie selbst bezahlen, an die Kunden weitergeben – ihre Gewinne bleiben dabei real stabil. Außerdem haben Aktien im Unterschied zu Tages- oder Festgeld Sachwertcharakter. Aktien verbriefen Anteile an realen Vermögenswerten (Maschinen, Markenrechte oder Immobilien). Anders als Geldwerte verlieren sie durch die Inflation nicht automatisch real an Wert. Eine Aktie ist kein bloßes Papier oder Versprechen – sie verbrieft echtes Miteigentum an einem Unternehmen. Und Unternehmen besitzen reale Dinge und als Aktionäre gehört Ihnen ein realer Teil des Unternehmens. Historisch gesehen haben Sie den sichersten, langfristigen Inflationsschutz Über sehr lange Zeiträume (20+ Jahre) haben Aktien die Inflation meist überkompensiert – weil Unternehmensgewinne nominal mitwachsen.

Nun möchte ich Ihnen dennoch nicht raten, als Privatanleger einzelne Aktien zu kaufen. Das Risiko, mit Einzelwerten Geld zu verlieren ist zu groß. Hier einige Gründe, warum Sie mit Investmentfonds/ETFs besser bedient sind:

  • Wenn Sie Aktien kaufen, sitzt am anderen Ende ein Verkäufer. Dieser ist vielleicht ein Fondsmanager mit einem Stab von vielen Analysten im Hintergrund, die die Aktie, die Sie gerade kaufen wollen, auf Verkauf gesetzt haben. Analysten und Fondsmanager haben gegen über Privatanlegern auf jeden Fall einen gewaltigen Informationsvorsprung.
  • Ein fataler Denkfehler: „Ich kaufe 10 gute Aktien – das reicht.“ Tatsächlich braucht man mindestens 50 sorgfältig ausgewählte Aktien, nur um das unsystematische Risiko (unternehmensspezifisches Risiko) einigermaßen wegzudiversifizieren. Und selbst dann bleibt noch das Klumpenrisiko, das Sie eingehen, wenn Sie in einzelne Sektoren investieren. Ein globaler ETF hält tausende Unternehmen aus dutzenden Ländern und Sektoren – das ist für Privatanleger schlicht nicht reproduzierbar.
  • der Dritte Punkt ist besonders dramatisch, denn die meisten Aktien sind Verlierer. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die meisten Aktien sind keine Outperformer, sondern Mittelmaß oder Underperformer und das ist sogar empirisch belegt. Eine Studie des amerikanischen Finanzwissenschaftlers Hendrik Bessembinder (über die die Börsenzeitung vor einiger Zeit berichtete) aus dem Jahr 2018 hat es gezeigt: Nur 4 % aller US-Aktien erklären den gesamten Vermögenszuwachs des Aktienmarkts seit 1926. Die Mehrheit der Einzelaktien hat schlechter abgeschnitten als kurzfristige Staatsanleihen. Der Markt steigt – aber nur weil wenige Ausnahmen, in den letzten 10 bis 15 Jahren die Magnificant seven (Apple, Microsoft, Alphabet (Google), Amazon, Meta (Facebook), Nvidia und Tesla…) den gesamten Markt nach oben gezogen haben. Diese Aktien im Voraus zu identifizieren und zu kaufen ist nahezu unmöglich.

Dann ist es doch wesentlich sinnvoller, in ein breit diversifiziertes Portfolio aus Aktien- und ggf. Anleihe-ETFs zu investieren. Damit können Sie sicher sein, dass Sie die Outperformer von morgen bereits heute schon im Depot haben.

Wenn Sie wissen möchten, wie ein solches Portfolio aussehen kann, das zu Ihrer persönlichen Risikoneigung passt, schreiben Sie mir eine Nachricht.

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Finanzmentoring-Carmen-Stephan Portrait

Carmen Stephan

Finanzberatung für Frauen | Frankfurt am Main

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