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Auf einen Kaffee mit Beate Sander

Vor wenigen Tagen hatte ich die einmalige Gelegenheit, ein Interview mit der “Börsenoma” Beate Sander zu hören. Börsenoma, wie Beate Sander oft genannt wird klingt etwas despektierlich, ist jedoch nur ihrem Alter von 82 Jahren geschuldet. Beate Sander ist nämlich ganz schön helle im Kopf, denn was sie in den letzten 20 Jahren geschaffen hat, soll ihr erst mal einer nachmachen. Mehr als 50 Bücher hat sie geschrieben und so ihr Wissen über Aktienanlage und Börse einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht.

Aber der Reihe nach. Beate Sander hat nach ihren Angaben mit EUR 30.000 Startkapital vor 20 Jahren angefangen. Heute verfügt sie über ein Vermögen von rd. EUR 2 Mio, das sie ausschließlich mit Aktien verdient hat. Jeder, der das Börsengeschehen in den letzten zwei Jahrzehnten verfolgt hat weiß, dass es einige Crashs gegeben hat. Angefangen vom Platzen der Dotcom-Blase 2001 über die Immobilienkrise 2008/2009, die Euro-Schuldenkrise 2011 bis heute zum Corona-Crash. Immer wieder gab es Kursabstürze an der Börse und trotzdem oder gerade deshalb steht ihr Vermögen heute bei über 2 Mio Euro.

In dem Interview hat sie von ihren Erfahrungen an der Börse erzählt, wie sie mit Kursstürzen umgeht und sie hat auch ein paar Tipps gegeben, welche Aktien durch den Corona-Crash besonders attraktiv geworden sind.

Ihre Ratschläge fasse ich für dich kurz zusammen.

1. Jeder kann an der Börse Geld verdienen. Du brauchst keinen Uniabschluss in Betriebswirtschaftslehre und auch keine Ausbildung als Börsenmakler. Es reichten Interesse für die Wirtschaft, ein gewisses Verständnis für die globalen wirtschaftlichen Zusammenhänge und der gesunde Menschenverstand. Du brauchst auch nicht jeden Tag 10 Fachmagazine zu lesen und nur noch die Börsennachrichten zu schauen. Beate Sander dagegen rät, den Wirtschaftsteil der gehobenen Tagespresse zu studieren und auch mal einen Blick in die Fachpresse zu werfen. Außerdem schaut sie sich die Bewertungen der Unternehmen an, in die sie investieren möchte. Da gibt es einige Kennzahlen wie z.B. das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Buchwert-Verhältnis sowie Entwicklung der Dividenden in den letzten Jahren. Auch der Geschäftsbericht einer Aktiengesellschaft gibt so manche interessante Information preis.

2. An der Börse gelten bestimmt Regeln. Für alles im Leben gibt es Regeln, auch für das Investieren an der Börse. Die wichtigste Regel überhaupt ist, bei Abschwüngen die Nerven zu bewahren und nicht in Panik alles zu verkaufen. Im Gegenteil. Gerade in Zeiten von Crashs ist es besser, zuzukaufen. Vorausgesetzt du hast deine Hausaufgaben gemacht und Aktien von Unternehmen ausfindig gemacht, die du sowieso schon länger beobachtest oder bereits im Depot hast. Dann kannst du dich nämlich auf Schnäppchenjagd begeben und günstig einsammeln, was du schon immer mal haben wolltest. So mache ich das auch, nicht nur beim Schuhe kaufen, sondern auch bei Aktien.

3. Unterschiede zwischen Beate Sander und Warren Buffett: Warren Buffett hat immer gesagt, er kaufe nur das, was er verstehe. Damit ist er gut durch die Dotcom-Krise 2001-2003 gekommen. Er weigerte sich damals, Technologie-Aktien zu kaufen, weil er deren Geschäftsmodell nicht verstanden hätte, kokettierte er immer wieder und setzte in der Vergangenheit mehr auf die traditionellen Unternehmen wie Coca-Cola, Mc Donalds und Eisenbahnlinie, also auf klassische Value-Werte der “alten Ökonomie”.Die Zeiten haben sich jedoch geändert, was natürlich auch bei WB angekommen ist. Beate Sander steht auf dem Standpunkt: Auch Dinge, die ich nicht verstehe, kann ich lernen zu verstehen. Sie setzt damit auf eine gute Mischung aus Dividenden-Werten und Unternehmen der Zukunftsbranchen. Ihr ist es wichtig – und da kann ich ihr nur zustimmen – nicht nur in die traditionellen, sondern vor allem auch in Unternehmen zu investieren, die unsere Zukunft maßgeblich mitgestalten werden. Seien es jetzt große Online-Unternehmer, Anbieter von Bezahldiensten, Fin-Techs oder Unternehmen, die auf dem Gebiet der Umwelttechnolgie unterwegs sind. Letzteres hält sie im übrigen für ein ganz großes Thema, das uns noch auf viele Jahre begleiten wird. Im Bereich Umwelttechnolgie gäbe es nach ihrer Ansicht besonders in Skandinavien aussichtsreiche Kandidaten fürs Depot.

4. So gehst du es an. Wenn du nur wenig Geld zum Investieren zur Verfügung hast, beginnst du am besten mit einem Fonds- oder ETF-Sparplan. Damit kannst du bereits mit EUR 50 starten und investierst jeden Monat über Fonds in Aktien. Das ist praktisch und ich habe schon sehr häufig darüber geschrieben, wie einfach es ist, mit Fondssparplänen Vermögen aufzubauen. Wenn du mehr Geld zur Verfügung hast, ab EUR 10.000 liquides Vermögen, das du nicht unmittelbar brauchst, kannst du direkt in Aktien investieren. Du solltest keine Position unter EUR 1.000 kaufen, da sonst die Kosten überproportional hoch sind. Wenn deine Aktie also EUR 20 kostet kaufst du 50 Stück und hast eine Position von EUR 1.000. So in der Art kannst du deine ersten EUR 10.000 investieren. Außerdem solltest du in Deutschland kaufen und in Euro. An ausländischen Börsen kommen häufig noch hohe Transaktionsgebühren dazu. Wenn du amerikanische Aktien kaufen möchtest, schaust du bitte, ob sie in Deutschland gelistet sind und kaufst den Wert dann in Euro.

Was sonst noch wichtig ist: Mache dir bewusst, dass das Investieren in Aktien schon ein gewisses Interesse und ein bestimmtes Maß an Aufmerksamkeit erfordert. Ein Depot ist kein Selbstläufer. Aktien sind wie kleine Kinder, um die man sich kümmern muss. Sie brauchen liebevolle Zuwendung, Pflege und in gewisser Weise deine Hingabe. Wenn du das beachtest, dich an die Regeln hältst du regelmäßig dranbleibst, hast du genau wie Beate Sander die Möglichkeit, ein Vermögen zu machen an der Börse.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, schreibe mir an info@finanzmentoring.de oder ruf mich an unter 0172 67 17 388.

Bildquelle: Courage-Magazin

Carmen Stephan
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