Die drei gravierendsten Fehler bei der Geldanlage

von | Jul 3, 2024

Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, wie Sie Fehler bei der Geldanlage vermeiden können.

Es gibt jede Menge Fehler, die Menschen bei der Geldanlage machen können. In diesem Blogartikel heute stelle ich Ihnen die drei Fehler vor, die direkt ins Chaos führen und Sie garantiert nicht den gewünschten Erfolg erzielen lassen, den Sie sich vorgestellt haben.

Im Laufe meiner langjährigen Erfahrung als Finanzberaterin, Wertpapierspezialistin und Kapitalmarktexpertin bin ich immer wieder zu der Erkenntnis gelangt, dass diese drei Denk- und Handlungsweisen immer wieder zu Misserfolg führen und den dauerhaften Erfolg bei der Kapitalanlage ausbremsen.

Ich beginne mit dem drittgrößten Fehler:

Diese Ansicht ist weit verbreitet. Auch die Überzeugung, in einzelne Aktien zu investieren sei das wahre Geheimnis des Erfolges ist ein weitverbreiteter Irrglaube.
Was steckt dahinter? Machen wir mal ein konkretes Beispiel und gehen zurück ins Jahr 1980 als Apple an die Börse ging. Die Aktie ist damals mit einem Kurs von USD 22 gestartet. Können Sie sich noch an das Jahr 1980 erinnern oder sind Sie erst später zur Welt gekommen? Ich war damals 13 und ging zur Schule. Die Welt damals war eine komplett andere als unsere Welt heute. Kaum jemand hätte sich damals vorstellen können, dass wir irgendwann mal mit Handys telefonieren. Als Apple an die Börse ging, war die Firma in Deutschland nahezu unbekannt. So dümpelte auch die Aktie viele Jahre vor sich hin und es passierte nur ganz wenig. Erst Ende der 90er Jahre nahm der Kurs langsam Fahrt auf. Mittlerweile liegt das Kursplus nach unzähligen Aktiensplits bei ca. 102.819%. Quelle finanzen.net Natürlich ist das eine geniale Entwicklung und oft schon habe ich gehört: „Hätte ich doch damals investiert. Das hätte man doch damals schon erkennen können, dass diese Aktie mal durch die Decke geht.“ Jedoch: keiner wusste es damals und kaum ein Otto-Normal-Verbraucher hätte sich diese Entwicklung in seinen kühnsten Träumen vorgestellt. Dieser „Rückschaufehler“ ist übrigens wissenschaftlich untersucht und bezeichnet die Tendenz, dass der Ausgang eines Ereignisses bereits vorhergesagt hätte werden können. Wen das Thema Finanzpsychologie näher interessiert, kann hier gerne weiterlesen.
Um es nochmal zusammenzufassen: Es ist so gut wie unmöglich, bereits heute die nächste Apple-Aktie zu identifizieren und die Entwicklung vorauszusehen. Das gilt nicht nur für einzelne Aktien, sondern auch für ganze Märkte. Niemand hat die Glaskugel, auch wenn viele noch daran glauben.

Was heißt das genau? Das bedeutet nichts anderes, als herausfinden zu wollen, wann der beste Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt ist. Damit eng verbunden ist der Glaube, den Markt dadurch austricksen zu können. Das ist deshalb so verhängnisvoll, weil kein noch so schlauer Analyst und kein noch so cleverer Fondsmanager mit ihren Prognosen immer richtig liegen. Prognosen zu stellen und daraufhin zu investieren gehört für mich nicht in den Bereich der seriösen Geldanlage. Warum aber sind so viele Menschen von dem Gedanken erfüllt, dass Prognosen für die Kapitalmärkte der Schlüssel zum Erfolg seien? Weil die Finanzindustrie und natürlich auch die Medien Spaß haben an Prognosen. Zeitschriften mit Titeln wie: „Die Top-Aktien für die Ewigkeit“ oder „Die erfolgreichsten Trends für die Zukunft“ verkaufen sich einfach viel besser. Prognosen zu stellen ist ein Geschäftsmodell, dazu noch ein sehr erfolgreiches.
Dabei hat die Finanzmarktforschung längst herausgefunden, dass Aktienkurse völlig voneinander unabhängige Ereignisse sind. Das heißt der Kurs einer Aktie heute hat nichts mit dem Kurs derselben Aktie von gestern zu tun. Ebenso hat der Kurs von morgen nichts mit dem Kurs heute zu tun. So einfach ist das.

Das Spektrum geht von: „Ich kaufe mal ein paar Aktien und schaue was passiert.“ bis hin zum vertieften Studium von Finanzliteratur, regelmäßigen Anschauen von irgendwelchen Finanzvideos im Internet, dem Kaufen von Kursen zum Selbstlernen und so weiter und so fort. Der Markt für Finanzkurse zum Selbststudium hat in Deutschland mittlerweile viele Millionen Umsatz pro Jahr erreicht. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, denn das ist grundsätzlich nicht schlecht. Im Gegenteil: Es tut Not, sich finanziell weiterzubilden und sich in Bezug auf Geldanlage und die eigene Altersvorsorge schlau zu machen. Die mangelnde finanzielle Bildung und das gänzliche Fehlen eines Schulfachs „Finanzen“ geben dem Markt für Finanzliteratur, Finanzseminar und Money-Blogs immer mehr Auftrieb. Die Finanzseminare sind teilweise recht teuer, eine bekannte Bloggerin ruft für ihren Geldkurs einen mittleren vierstelligen Betrag auf. Und: der Kurs wird gekauft. Angeblich hätten ihn schon „mehr als 5.000 Frauen erfolgreich durchlaufen“, was auch immer „erfolgreich“ an dieser Stelle heißen mag. Schon häufiger haben mir Frauen gesagt, die schon ein kleines Vermögen für diese Art Kurse ausgegeben haben: „Jetzt habe ich so viel Geld ausgegeben für diese Kurse und weiß immer noch nicht, was ich konkret machen soll.“
Warum ist dieser Fehler so gravieren und warum hilft Ihnen kein Kurs, mag er auch noch so teuer sein, „denn wenn etwas teuer ist muss es ja gut sein“… wirklich dabei, Ihr Geld klug anzulegen und dauerhaft finanziell erfolgreich zu sein?
– Die Kapitalmärkte sind komplex und für Laien in hohem Maße intransparent. Das ist nicht nur eine Behauptung, sondern fußt auf meiner langjährigen Erfahrung in diesem Metier. Laien wird von den Seminaranbietern oft das Gefühl vermittelt: „Das ist alles ganz einfach, jeder kann Finanzen lernen, warum einen teuren Experten bezahlen, der sowieso nur an seinen eigenen Vorteil denkt?!“
– Die Finanzindustrie hat ein hohes Interesse daran, dass die Komplexität des Geschäfts nicht abnimmt, um es einmal ganz vorsichtig zu sagen. Deshalb wird gerne ein spezielles Finanzvokabular gepflegt, mit dem man einen Eindruck von etwas ganz besonderem schaffen möchte. Was der Bankberater erzählt, klingt auf jeden Fall schon mal wichtig und der muss es ja wissen.
Für Laien ist vor allem schwer zu durchschauen, wie Finanzprodukte konzipiert sind und was sie wirklich kosten. An welchen Stellen Kosten anfallen ist überaus komplex und ist für Laien definitiv kaum nachvollziehbar.

Ein Grund warum viele Menschen jedoch vor einer Beratung zurückschrecken ist, dass sie keinen kompetenten Berater haben oder nicht wissen, wie sie einen finden sollen. Über dieses Thema schreibe ich in meinem nächsten Blogartikel.

Ihnen einstweilen eine erfolgreiche Woche und bis zum nächsten Mal hier auf diesem Blog.

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Bildquelle: Krakenimages

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Carmen Stephan

Finanzberatung für Frauen | Frankfurt am Main

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