Geschichten aus meinem Beratungsalltag: So hat sich ein langer Atem für eine Sparerin ausgezahlt.

„Ich habe schon ganz früh angefangen und bin dran geblieben.“

Vor wenigen Wochen hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer 52-jährigen Dame, die zu mir in die Beratung kam. Sie hatte mich auf einem meiner Online-Workshops kennengelernt und daraufhin das Gespräch mit mir gesucht.

Ihr Anliegen war, vorhandenes Vermögen gut anzulegen und für ihren Ruhestand zu sichern. Die Zeitdauer bis zum Ruhestand war mit 15 Jahren nicht mehr allzu lange, jedoch noch lange genug, um entsprechend ihrem Risikoprofil am Kapitalmarkt zu investieren. Sie hatte direkt nach dem Ende ihrer Ausbildung eine Altersvorsorge in Form einer Lebensversicherung abgeschlossen, in die sie anfangs zweihundert Deutsche Mark einzahlte. Die zweihundert Mark schmerzten sie zu Beginn schon ein wenig, aber da die Rate gleich am ersten des Monats abgebucht wurde, dachte sie irgendwann einfach nicht mehr darüber nach. Der Beitrag stieg im Laufe der Jahre um die vereinbarte Dynamik von 3%. Von jeder Gehaltssteigerung hat sie konsequent 10% direkt zur Seite gelegt und in ihre Altersvorsorge eingezahlt
Nach 30 Jahren Laufzeit sollte die Lebensversicherung im nächsten Jahr zur Auszahlung kommen. Die erwartete Auszahlung lag bei ca. EUR 180.000.
„Das ist eine schöne Summe, die Sie sich angespart haben“, sagte ich zu ihr. „Sind Sie nie in Versuchung gekommen, die Versicherung aufzulösen und das Geld für etwas anderes herzunehmen, z.B. für Ihre Immobilie? „Nein“ entgegnete sie mir. „Ich bin einfach immer drangeblieben. Die Versuchung war groß, den Vertrag zu kündigen, als wir unser Haus gebaut haben. Da hat das Geld hinten und vorne nicht gereicht. Jedoch habe ich klare Prioritäten gesetzt und mich an meinen Finanzplan, den ich mir zu Beginn meiner Ausbildung erstellt hatte, gehalten.“

Kapitalaufbau ist ein Marathon, kein Sprint

Darüber habe ich mich für die Frau sehr gefreut. Nur wenige planen ihre Finanzen bereits mit der Ausbildung und denken schon frühzeitig an die Altersvorsorge. Die Gründe dagegen und die Sätze, die ich immer wieder höre, sind immer die gleichen:

  • „Ich habe noch sooooo viiiiieel Zeit.“
  • „Ich kenne mich damit nicht aus und muss mich erstmal mit der Sache beschäftigen.“
  • „Jetzt will ich erstmal leben, reisen und meine Wohnung einrichten.“
  • „Wer weiß was kommt, vielleicht sterbe ich vorher und habe umsonst gespart.“
  • „Wenn ich heirate, bin ich über meinen Mann abgesichert.“

Letztgenannte Aussage höre ich tatsächlich häufiger von jungen Frauen. Viele wiegen sich in der Illusion, dass ihr Mann für sie sorgen wird, wenn erst mal Kinder da sind.
Gründe, die eigene Altersvorsorge aufzuschieben gibt es reichlich. Den Stier bei den Hörnern zu packen und rechtzeitig zu starren, dafür gibt es auch jede Menge gute Gründe, wie z.B.

  • wer beizeiten anfängt, braucht später viel weniger monatlich einzuzahlen, um eine ordentliche Summe zu erzielen.
  • Wenn Sie in Fonds/ETFs investieren, können Sie einige, sog. Kapitalmarktzyklen nutzen, um Vermögen aufzubauen.
  • Fondssparpläne mit Aktienfonds/-ETFs zahlen sich bei einer langen Laufzeit viel eher aus als Banksparpläne.
  • Direkt nach der Ausbildung losgelegt, können Sie das Thema Altersvorsorge erstmal beiseite legen.
  • Freuen Sie sich schon heute auf eine ansehnliche Rente und denken Sie langfristig.

In meiner Beratungspraxis habe ich es oft erlebt, dass sich Menschen über einen längeren Zeitraum Vermögen ansparen und das ganze Schritt für Schritt wachsen lassen. Die meisten Sparerinnen und Sparer bleiben jedoch bei den ihnen bekannten und vertrauten Produkten wie Lebensversicherungen, Banksparpläne oder Bausparverträge. Bis sie zu mir kommen. Dann ändert sich für die meisten ihr Weltbild.

Zurück aber zu meiner Kundin vom Anfang. EUR 180.000 sind eine gute Ausgangsbasis, um damit die weitere Altersvorsorge aufzubauen. Diesen Betrag hatte sie unter anderem deswegen erreicht, weil sie den Vertrag immer fortgeführt hat. Sie hat einfach immer weitergemacht und ist drangeblieben, auch nicht in Situationen, als sie das Geld gut hätte brauchen können.
Um ihren gewünschten Lebensstandard im Alter halten zu können, haben wir den Betrag sehr breit gestreut in global investierende Fonds angelegt. Bis zu ihrer Rente mit 67 hat sie noch genügend Zeit, ihr Geld für sie arbeiten zu lassen. Sie kann später selbst entscheiden, in welcher Form sie ihre Geldanlage im Alter aufbraucht. Ein Fondsdepot kann ein lebenslanger treuer Begleiter sein.
Durchhaltevermögen und Disziplin sind zwei wesentliche Eigenschaften, die langfristiger Kapitalaufbau braucht. Das ist genau wie im Sport. Kapitalaufbau ist ein Marathonlauf, kein Sprint. Auch der Marathonläufer braucht Zeit, Ausdauer und Disziplin, um überhaupt Marathonläufer zu werden. Das wird man schließlich auch nicht über Nacht.

Schade nur, dass die Dame nicht von Anfang an in einen guten Fondssparplan bzw. eine Fondspolice investiert hatte. Dann hätte sie ein vielfaches von ihrer Versicherungssumme erzielen können. Aber, wie dem auch sei, der Kapitalmarkt steht ja jederzeit jedem zur Verfügung, der erkannt hat, dass die klassischen Bank- und Versicherungsprodukte nicht mehr zur langfristigen Kapitalbildung taugen.

Wenn Sie wissen möchten, wie auch Sie vorhandenes Vermögen klug anlegen oder mit Ihrer Altersvorsorge starten können, vereinbaren Sie einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch bei mir.

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Bildquelle: Adobe Stockphotos, leungchopan

Carmen Stephan
Diplom-Kauffrau
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