Prognosefrei investieren – geht das überhaupt?

Vor wenigen Wochen war ich Gast auf einem Finanzvortrag einer großen Fondsgesellschaft. Der Redner sprach davon, dass sein Unternehmen leider auch keine Glaskugel habe, um die Entwicklung an den Kapitalmärkten vorauszusehen. Die Reaktionen aus dem Publikum gingen von leicht erheitert bis hin zu einem leisen Bedauern.
Natürlich hat kein Vermögensverwalter diese Welt eine Glaskugel, um Aktienkurse vorherzusehen. Das ist auch gar nicht notwendig und es macht auch keinen Sinn.
Sie fragen sich jetzt vielleicht: „Wieso macht das keinen Sinn?? Es wäre doch toll, wenn ich heute wüsste, welche Aktien ich morgen kaufen soll, damit ich mich bald an den Ort meiner Träume absetzen könnte und nie mehr arbeiten müsste!“

Schauen wir uns mal an, was prognosefrei investieren genau bedeutet.

Bei der Planung Ihres Vermögensaufbaus z.B. für Ihre Altersvorsorge haben Sie sich wahrscheinlich einen Plan gemacht, wieviel Sie in welche Fonds investieren. Sie investieren nicht aus Spaß an der Freud, sondern weil Sie als Anleger gewisse Ziele verfolgen und damit verbunden eine bestimmte Rendite erwarten. Sie möchten später in der Rente gut leben zu können oder was auch immer Ihr Ziel mit der Geldanlage ist. Damit haben Sie eine Absicht gesetzt und eine Erwartung gestellt, aber keine Prognose.

Prognosefrei investieren bedarf der Erklärung.

Die einfache Erklärung ist: Kein Mensch auf diesem Planeten kann die Zukunft verlässlich voraussagen. Bisher ist es noch niemandem gelungen, exakte Prognosen zu stellen, anhand derer sich die Auswirkungen gegenwärtiger Entscheidungen vorhersagen ließen.

Meine etwas komplexere Erklärung in Bezug auf die Kapitalmärkte fällt so aus:

  1. Kapitalmärkte, egal ob Aktien-, Rohstoff- oder Anleihemärkte sind rational. Das heißt alle Ereignisse, die den Kurs eines Wertpapiers betreffen, spiegeln sich früher oder später in den Preisen, d.h. in den Kursen des Wertpapiers wider. Informationen werden sozusagen eingepreist. Manchmal dauert es eine Weile, jedoch spiegeln sich alle Informationen bezüglich eines Wertpapiers (dahinter steht immer ein Unternehmen oder ein Markt) in seinen Kursen wider.
  2. Market-Timing funktioniert nicht. Deshalb sind auch die meisten Trader nicht erfolgreich. Market-Timing bedeutet, bestimmte Entwicklungen wie z.B. steigende oder fallende Märkte, bestimmte Hoch- oder Tiefpunkte zu vorhersagen zu wollen und auf Basis dieser Vorhersagen Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen. Auch wenn Charttechniker das Gegenteil behaupten, in der Mehrzahl der Fälle gelingt es nicht, Märkte vorherzusagen und sich dementsprechend zu positionieren. Wenn es gut geht und man hat sich richtig positioniert, ist es meines Erachtens eher dem Glück als einer profunden Herangehensweise zu verdanken.
  3. Das Entscheidende ist, immer investiert zu bleiben, und das in den breiten Markt. Versuchen Sie erst gar nicht, einzelne Aktien auszuwählen oder die nächsten Tenbagger zu identifizieren.
    Hinter der Suche nach den besten Aktien steht der Wunsch, besser zu sein als alle anderen, als die Nachbarn, die Freunde und letzten Endes besser zu sein als der Markt.
    Machen Sie sich erst gar nicht die Mühe, der Markt findet die besten Aktien sowieso von ganz alleine. Die schlechten sortiert er auch von alleine aus. Dafür brauchen Sie gar nichts zu tun. Unternehmen, die langfristig keine stabilen Gewinne erwirtschaften, gehen entweder pleite oder werden aufgekauft. Damit hat sich dann das Problem gelöst.
  4. Märkte haben mehr Aufschwünge als Abschwünge. Allein schon deswegen ist es klug, permanent investiert zu bleiben und nicht versuchen auszusteigen, wenn die Märkte fallen könnten und umgekehrt. Den richtigen Aus- und Einstiegszeitpunkt kennt man erst in der Rückschau. Bleiben Sie daher investiert und sitzen Sie unangenehme Marktphasen einfach aus.
  5. Breit gestreut investieren ist die Basis erfolgreichen Investierens.
    Es mag profan klingen, denn diesen Satz haben alle Anleger schon hundert mal gehört. Trotzdem wird diese wichtige Regel immer wieder missachtet. Breit streuen heißt: nicht nur in Deutschland, nicht nur in Europa und nicht nur in den USA zu investieren. Breit streuen heißt wirklich global, wirklich in allen Ländern mit entwickelten Kapitalmärkten zu investieren. Der Grund dafür ist die Verteilung des Risikos auf wirklich viele, viele Beine. Es geht nicht nur um die Wahrnehmung möglichst vieler Chancen, sondern auch um die Reduzierung der Risiken von ausfallgefährdeten Unternehmen. Nur durch Streuung gelingt echte Risikoreduzierung wirklich.

Was haben Sie davon, wenn Sie prognosefrei investieren?
Zum einen ein stabileres Portfolio, das Kursschwankungen gut verkraften kann. Zum anderen langfristig die besseren Renditen. Damit verbunden stabiles Wachstum für Ihr Portfolio, Inflationsschutz und nicht zuletzt niedrige Kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Depots.

Wenn Sie nun wissen möchten, wie ein solides Investment für Sie funktionieren kann, dann rufen Sie mich an oder schreiben mir eine Nachricht per E-mail.

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Carmen Stephan
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