So werden vor allem junge Anlegerinnen Opfer eines fatalen Irrtums

Ich bin immer wieder erstaunt, mit welch unbekümmerter Leichtigkeit, um nicht zu sagen Naivität der ein oder andere Neuling an der Börse an die Materie Geldanlage und Vermögensaufbau herangeht.
Sicher, es kann durchaus hilfreich sein, sich unvoreingenommen und ohne vorgefertigte Meinung auf neue Dinge einzulassen. Dabei ist es für mich umso verwunderlicher, dass diejenigen, die sich nach kurzer Zeit als Expertin/Experte sehen, beruflich einen vollkommen anderen Hintergrund haben als jemand, der seit Jahrzehnten in der Finanzberatung tätig ist.

Der grundsätzliche Irrtum, dem Neulinge und Junganleger aufsitzen ist nämlich der, dass Geldanlage ganz einfach ist, um nicht zu sagen trivial. Man liest ein, zwei Bücher, schaut sich ein paar Youtube-Videos an und hört eventuell noch ein paar Podcasts zum Thema. Wenn man dann noch regelmäßig in den einschlägigen Finanz-Communities unterwegs ist und sich mit seines gleichen austauscht, steht dem Börsenerfolg nichts mehr im Wege, so die landläufige Meinung. Mit ETFs ist das ganze angeblich sowieso ein Kinderspiel und man braucht nicht viel machen, außer ein Online-Depot eröffnen und dann kann´s schon losgehen. Außerdem kosten ETFs ja fast nix und sind allein schon deswegen aktiv gemanagten Fonds vorzuziehen.

Genährt wird diese Haltung unter anderem von dem impliziten Vorwurf, dass Finanzberater/innen ja sowieso nur ihr eigenes Wohl im Kopf haben und nicht im Sinne der bei ihnen Beratung suchenden Kundinnen und Kunden handeln.

Warum diese Denk- und Handlungsweise in die Irre führt, möchte ich Ihnen heute darlegen.

  1. Die heutige, junge Generation kennt an der Börse nur eine Richtung, und die zeigt nach oben. Wir haben seit der Platzen der Immobilienblase 2008 keinen wirklichen Crash mehr erlebt. Von der Eurokrise 2011 hatten sich die Märkte schnell wieder erholt und seitdem geht es, abgesehen von wenigen kleineren Abschwüngen steil nach oben.
    Das heißt: Einen richtigen Crash mit dem massiven Verlust von Vermögen und der Vernichtung ganzer Assetklassen hat diese glückliche Generation noch nie erlebt. Das soll nicht zynisch klingen, jedoch ist es manchmal ganz heilsam, einen drastischen Kurssturz mitzuerleben. Man wird nämlich umsichtiger, vielleicht sogar ein wenig demütig. Man sieht plötzlich ein, dass die Bäume nicht immer in den Himmel wachsen und dass es auch mal über Wochen und Monate mal in die genau entgegen gesetzte Richtung laufen kann. Manchmal dauert eine Abschwungphase sogar Jahre, z.B. von 2001 bis 2003 hatten wir solch eine Phase. Damals ging es drei Jahre lang an den Weltbörsen nur bergab.
  2. Geldanlage ist, auch wenn in der Öffentlichkeit oft das gegenteilige Bild vermittelt wird, keineswegs trivial. Nur weil der Büchermarkt mittlerweile überschwemmt wird von Finanzbüchern, weil es unzählige Blogs, Videos und Podcasts zu dem Thema gibt, heißt das noch lange nicht, dass die Materie einfach und mit dem Lesen einiger Bücher für den Laien beherrschbar wird.
    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich schätze es sehr, wenn Menschen in meine Beratung kommen, die solide Vorkenntnisse mitbringen. Diese Menschen sind jedoch eindeutig in der Minderheit. Die meisten geben zu, dass sie von der Materie keine Ahnung haben und sich allein schon deshalb Unterstützung wünschen.
    Erschwerend kommt hinzu, dass Finanzbildung in den Schulen vollkommen fehlt. Kein Wort wird über Geld oder Geldanlage vermittelt. Kein Lehrplan sieht Vermögensaufbau vor. Noch nicht einmal die Funktionsweise der gesetzlichen Rente wird erklärt. Finanzbildung in deutschen Schulen? Fehlanzeige. Im europäischen Ausland sieht es kaum besser aus.
    Es ist überfällig, dieses wichtige Thema in die Lehrpläne aufzunehmen.
  3. Und was die Beratungsqualität angeht, so kann ich immer wieder nur darauf verweisen, dass der Anlegerschutz in den letzten Jahren massiv gestärkt worden ist. Seit dem Platzen der dot.com-Blase in 2001 wurde der Anlegerschutz mit jeder folgenden Krise erhöht. Die Haftung für eine nicht bedarfsgerechte Beratung liegt mittlerweile eindeutig beim Berater. Das bedeutet für Anlegerinnen und Anleger als auch für die Berater einen erheblichen Mehraufwand an Formalitäten.
    Meine Meinung dazu ist: Wenn mit diesem Aufwand verhindert wird, dass auch nur ein einziger Anleger wegen einer nicht bedarfsgerechten Beratung Geld verliert, ist es den Aufwand wert.
    Darüber hinaus muss der Berater regelmäßig seine Sachkunde nachweisen und sich zertifizieren lassen, dass er auf dem neuesten Stand der Forschung und mit seinem Finanzwissen stets up-to-date ist.

Für mich ist es selbstverständlich und war es bereits vor dem Inkrafttreten all dieser Vorschriften, dass ich meine Kundinnen und Kunden bedarfsgerecht berate, damit diese ihre persönlichen finanziellen Ziele erreichen. Nur zufriedene Kunden empfehlen ihren Berater weiter. Die meisten Neukunden gewinne ich durch Weiterempfehlung.

Ich möchte hiermit all meine Leserinnen und Leser ermutigen, sich zu informieren, sich klare Vorstellungen davon zu machen, was ihnen wichtig ist, wie sie leben möchten und welche (finanziellen) Ziele sie im Laufe ihres Lebens verfolgen möchten. Auch die Absicherung von Risiken spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle.
Gerne bin ich Ihre Gesprächspartnerin und begleite Sie beim erreichen ihrer finanziellen Ziele, was auch immer Sie sich vorgestellt haben.

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Carmen Stephan
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