Was ist eigentlich gerade an der Börse los?

Wenn Sie regelmäßig Finanznachrichten lesen, haben Sie den enttäuschenden Jahresstart der Börsen weltweit bereits bemerkt. Seit Jahresbeginn geht es abwärts: Egal ob US-Werte, europäische Aktien oder asiatische Kapitalmärkte. Überall stehen die Zeichen auf Sturm.

Was sind die Gründe dafür?

  1. Die US-Notenbank hat bereits Ende 2021 angekündigt, die Zinsen in 2022 zu erhöhen und damit wieder einen Schritt in Richtung „Normalität“ zu gehen. Primärer Auslöser dafür ist die Inflationsrate, die in den USA mittlerweile eine Höhe von 7% erreicht hat. Steigende Zinsen sind ein probates Mittel gegen die Inflation, weshalb Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank Fed jetzt die Reißleine zieht und die Zinsen Im Laufe des Jahres schrittweise anpassen wird.
  2. Die Europäische Notenbank EZB würde gerne in den Kanon der Zinserhöhung einsteigen, ist jedoch noch unentschlossen. Christine Lagarde beschwichtigt eher und redet die Inflation klein. Eine Rate von über 5% sei eine vorübergehende Erscheinung und bald würden wieder Raten von um die 2% erreicht werden… Wer´s glaubt?!
    Ich persönlich bin davon nicht überzeugt, sondern erwarte, dass Inflationsraten hierzulande deutlich über 2% bleiben werden. Nicht zuletzt die hohen Energiepreise treiben die Inflationen nach oben.
  3. Zu allen bad news kommt jetzt noch der Russland-Ukraine-Konflikt dazu. Militärische Auseinandersetzungen sind, egal in welchem Land nie gut für die Kapitalmärkte dieser Welt.

Was also tun?

Meine erste Empfehlung lautet: Nur keine Panik! Bitte verkaufen Sie nicht Ihre Fondsbestände, weil Ihr Depot vorübergehend ein Minus aufweist. Eine Börsenweisheit sagt: „Politische Börsen haben kurze Beine.“ Heißt: Sollte aus dem Russland-Ukraine-Konflikt kein langjähriger Krieg werden, werden sich die Börsen zeitnah wieder von dem Kursrutsch erholen.
Dass die Notenbanken in den USA und Europa irgendwann die Nullzins-Politik beenden werden, war auch klar. Diese Entscheidung wurde nur immer wieder hinausgezögert. Warum? Weil jeder wusste, dass die Märkte mit Kursverlusten reagieren würden.

In Anbetracht der hohen Inflationsraten von mehr als 5% lautet die Gretchenfrage: wo können Sie alternativ investieren? (Noch) eine Immobilie kaufen? Bei den aktuellen Preisen wäre ich vorsichtig. Das Geld auf dem Tagesgeldkonto parken? Da verlieren Sie sicher jedes Jahr Geld. Nicht nur die Inflationsrate, sondern auch das Verwahrentgelt zehrt an Ihrem Vermögen. Ein Minus von jährlich etwa 6% – auch keine rosige Aussicht.

Was ist mit der Absicherung des Portfolios? Man kann Aktien- oder ETF-Depots absichern – ja, das ist möglich. Das geht mit sogenannten Futures oder Optionen. Futures sind Termingeschäfte, mit deren Hilfe Sie auf steigende oder fallende Kurse setzen können. Optionen sind ebenfalls Termingeschäfte, die unter anderem zur Absicherung für einzelne Aktien eingesetzt werden können.

Das Problem mit der Absicherung ist nur: Die Preise für Terminkontrakte sind mittlerweile so hoch, dass eine Absicherung sehr teuer wäre. Eine Depotabsicherung ist sinnvoll, bevor der Kurssturz kommt, dann sind die Preise für Termingeschäfte noch niedrig. Aber dann denkt kaum jemand an Absicherung. „Läuft doch gerade alles so gut.“ Das ist so ähnlich wie bei einer Hausratversicherung. Wenn der Wasserschaden schon da ist, nutzt es Ihnen nichts, wenn Sie dann eine Hausratversicherung abschließen.

Ich möchte Ihnen heute Mut machen und Sie motivieren, dabei zu bleiben und nicht in Panik zu verkaufen. Bleiben Sie dabei und sitzen Sie die Krise aus. Die Märkte werden sich wieder erholen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Kein Börsenguru, kein Notenbankchef und kein Fondsmanager kann das vorhersagen.

Gerade wenn Sie über Sparpläne investieren, sollten Sie unbedingt dabei bleiben. Nahezu alle meine Kundinnen und Kunden investieren ihr Vermögen über Sparpläne. Das ist die beste Möglichkeit, Kursschwankungen zu nutzen und langfristig Vermögen aufzubauen. Sie kaufen in Phasen wie diesen momentan günstig ein, weil die Preise für Investmentfonds/ETFs niedrig sind. Dadurch kaufen Sie mehr Anteile. Einen ähnlichen Effekt haben Sie beim tanken. Wenn die Preise für Kraftstoff niedrig sind, bekommen Sie für EUR 100 auch mehr Liter in den Tank. Genauso ist das mit Fondssparplänen. Wenn Sie Ihre Sparpläne jetzt stoppen, wäre das genauso, als würden Sie Ihr Auto bei niedrigen Benzinpreisen stehen lassen.

Wenn Sie Fragen haben zu Ihren Investments haben oder einen Beratungstermin wünschen, melden Sie sich gerne bei mir.

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Carmen Stephan
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