Drei Gründe, warum Geld Ihr Diener und nicht Ihr Herr sein sollte.

Getreu dem Motto „Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr“ möchte ich heute meine Gedanken zu diesem Sprichwort mit Ihnen teilen.

Es gibt ja jede Menge mehr oder weniger kluge Sprichwörter über Geld. Das heutige Sprichwort habe ich zum ersten Mal während meiner Bankausbildung gehört. Mein damaliger Chef sagte damals zu mir: „Frau Zimmer (das war mein Mädchenname), merken Sie sich mal folgendes: Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.“ Diesen Satz sagte er mit Nachdruck, wohl deshalb, damit ich mir diesen Satz hinter die Ohren schrieb. Ich war irgendwie irritiert, denn schließlich arbeitete ich ja bei einer Bank, die sich um nichts anderes als um Geld und Vermögen und dessen Vermehrung kümmert. Ich habe den Satz dann erstmal so hingenommen und bin nicht weiter darauf eingegangen. Trotzdem hat mich diese Aussage meines Chefs beschäftigt, wie so ziemlich alles, was mein erster Chef so von sich gegeben hat. Er war eine sehr respekteinflößende Persönlichkeit und hatte auf jede Frage von mir eine kluge Antwort. Von ihm habe ich das Wertpapiergeschäft von der Pieke auf gelernt und bin heute noch dankbar über die vielen Stunden Zeit, die ich während dieser Zeit als Lernende des Bankgeschäfts erhalten habe.

Wieder zurück zum Thema, warum Sie Geld zu Ihrem Diener und nicht zu Ihrem Herrn machen sollten.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, welchen Stellenwert Geld in ihrem Leben hat. Manchmal begegnen mir Aussagen wie:

  • Geld ist mir nicht wichtig.
  • Über Geld habe ich mir noch nie viel Gedanken gemacht.
  • Das Wichtigste ist die Gesundheit, alles andere kommt von alleine.

Das sind naive Aussagen von Menschen, die meistens kein Geld haben.

Machen wir uns doch zunächst einmal klar, dass Geld weder gut noch schlecht ist, sondern völlig neutral. Man könnte auch sagen, Geld ist eine Art Energie, ähnlich wie Strom. Es kommt darauf an, wie und für was das Geld genutzt wird. Man kann Schulen oder Krankenhäuser bauen, man kann es also investieren in Dinge, die der Menschheit dienen. Man kann Geld spenden für wohltätige Zwecke, andere Menschen unterstützen, die Hilfe brauchen oder das Geld einfach für schöne Dinge wie Urlaub oder schöne Restaurantbesuche mit der Familie ausgeben. All dazu und noch für viele andere positive Sachen dient uns Geld.

Geld kann jedoch auch für Waffen und Kriegsgerät ausgegeben werden, die Menschen töten und unendliches Leid über Familien bringen. In einem anderen Blogartikel (Sind Rüstungsaktien jetzt nachhaltige Investments) hatte ich bereits darüber geschrieben. Auch Schmiergeld ist eine Form des Geldes, dem nichts Gutes anhaftet. Mit Schmiergeld sollen andere beeinflusst werden, sich in einer vom Schmiergeldzahler gewünschten Art und Weise zu verhalten. Meist handelt es sich dabei um Aktionen, die nur einer kleinen Interessengruppe wie z.B. Lobbyisten dient, denn wenn die Aktion allen Menschen dienen würden. bräuchte man ja kein Schmiergeld zu zahlen.

Wie auch immer, Sie sehen es geht immer darum, wie und für was Geld ausgegeben wird. Dem Geld selbst ist es völlig egal, wohin es fließt. Geld ist neutral und hat keinerlei eigene Meinung. Es sind also immer die Menschen dahinter, die Geld zum Wohle oder zum Schaden anderer einsetzen.

Deshalb macht es auch gar keinen Sinn, sich vom Geld beherrschen zu lassen und das Geld zum Herrn zu erheben.

Wie kommt es, dass einige Menschen Sklaven ihres Vermögens sind? Geld ist in erster Linie Zahlungsmittel. Das ist praktisch, denn sonst hätten wir eine naturale Tauschwirtschaft. Geld ist jedoch noch viel mehr als nur Zahlungsmittel. Es ist Projektionsfläche für alle möglichen Emotionen, Wünsche, Erwartungen und nicht zuletzt auch für Ängste. Ganz aktuell nach wie vor ist die Angst vor Altersarmut. Dieses Thema beschäftigt die Gesellschaft und die Medien schon viele Jahre. Die Angst, im Alter nicht genug zum Leben zu haben ist durchaus real. Auch andere Ängste wie z.B. Geld an der Börse zu verlieren oder die Angst um Geld betrogen zu werden, z.B. bei einer Ehescheidung sind teilweise nicht unbegründet und für einige Menschen durchaus real.

Ich möchte diese Ängste und Befürchtungen gar nicht klein reden oder so tun als seien sie irreal. Ich möchte Sie zu einer anderen Sichtweise einladen, nämlich Geld als Ihren Diener zu sehen.

  1. Es ist Ihre Entscheidung, für was Sie Ihr Geld ausgeben. Sie haben es in der Hand, ob Sie im Bioladen einkaufen, sich und Ihrem Körper etwas gutes tun und die hiesige Landwirtschaft unterstützen oder ob Sie Billiglebensmittel und Fertigprodukte kaufen.
  2. Machen Sie sich bewusst, dass auch das Geld, das Sie z.B. für Ihre Altersvorsorge investieren auch eine Wirkung hat. Auch mit Investments hat man Einfluss darauf, wohin die Geldströme gelenkt werden. Als Einzelner ist die Wirkung vergleichsweise gering, wenn jedoch viele Anleger in nachhaltige Geldanlage investieren und es kommen mehrere Millionen zusammen, so haben diese Investments durchaus eine Wirkung. Je mehr nachhaltig investiert wird, desto stärker werden Unternehmen aus dem Bereich Nachhaltigkeit (z.B. Wasseraufbereitungsanlagen, grüne Energieanlagen usw.)
  3. Falls Sie es noch nicht getan haben: Schließen Sie Freundschaft mit Geld. Behandeln Sie Geld wie einen guten Freund, den Sie gerne bei sich willkommen heißen. Das ist genau das Gegenteil davon, Geld auf ein Podest zu stellen. Gehen Sie gut mit Geld um, wertschätzen Sie es, wenn es zu Ihnen kommt und lassen Sie es freudig wieder los, wenn Sie Geld ausgeben.

Lassen Sie diese Sätze einfach mal auf sich wirken und versuchen Sie einmal, Geld losgelöst von Erwartungen und Befürchtungen zu sehen. Geld als einen treuen Diener zu sehen, fühlt sich wesentlich besser an als sich von Gedanken an Geld beherrschen zu lassen.

Haben Sie schon einmal über Ihre innere Haltung zu Geld nachgedacht? Teilen Sie gerne Ihre Sichtweise mit mir.

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Foto: Canva

Carmen Stephan
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